Firmung

Firmvorbereitung in St. Johannes der Täufer, Leonberg, St. Michael, Höfingen und SS. Cuori Di Gesù e Maria

Was tun, wenn ich mich firmen lassen möchte?

Warum Firmung?

Bei der Taufe haben die Eltern für ihr Kind entschieden, dass es der katholischen Kirche angehören und im Glauben erzogen werden soll. Nun geht es darum, dass Jugendliche mit 15/16 Jahren selber eine persönliche Entscheidung für Glaube und Kirche treffen.

Die Diözesansynode Rottenburg-Stuttgart formulierte es so:

„Die Firmung ist Entfaltung, Stärkung und Besiegelung der Taufe... Sie ist Gabe und Geschenk des Geistes Gottes und überträgt dem Gefirmten die Aufgabe, als Christ zu leben und Verantwortung in Kirche und Welt zu übernehmen. Sie ist zudem Ruf an die Gemeinde, ihren neuen Vollmitgliedern Raum zu geben.“

Die Firmung ist außerdem für Erwachsene, die in einem Land in Süd- oder Osteuropa kirchlich getraut werden wollen, in der Regel Voraussetzung für den Empfang des Sakramentes der Ehe. Das gilt für Italien, Portugal, Kroatien, Spanien, Polen u.a.

Wer nimmt an der Firmvorbereitung teil?

Die Firmvorbereitung findet jährlich statt. Eingeladen werden alle katholischen Jugendlichen aus der Seelsorgeeinheit, die im Laufe des Schuljahres 16 Jahre alt werden (01.10.2002-30.09.2003) und in der Regel eine 10. Klasse besuchen.

Wie erfolgt die Anmeldung zur Firmung?

In diesem Jahr wird im September der entsprechende Jahrgang zur Firmung 2020 angeschrieben und zur Firmvorbereitung eingeladen. Die Jugendlichen melden sich fristgerecht an.

Rückblick auf die Firmvorbereitung 2018 / 2019
Am Samstag, 29. Juni 2019 spendet Weihbischof Thomas Renz in unserer Seelsorgeeinheit das Sakrament der Firmung. Der Gottesdienst beginnt um 14 Uhr in St. Johannes.
52 Jugendliche und 3 Erwachsene werden gefirmt. Die Firmvorbereitung haben wir in diesem Jahr anders organisiert als in den vergangenen Jahren: Die Firmbewerberinnen und -bewerber trafen sich nicht mehr wöchentlich in kleinen Gruppen - dazu fehlten leider genügend Gruppenleiter -, sondern es fanden fünf ganztägige Treffen an einem Sonntag und an vier Samstagen statt. Welche Erfahrungen wir dabei gemacht haben, davon berichten Erich Saatzer (Firmgruppenleiter) und Tobias Lauer (Firmbewerber) in den folgenden Artikeln:

Firmung 2.0 - oder:
Nach der Firmvorbereitung ist vor der Firmvorbereitung. (Erich Saatzer - Firmgruppenleiter)

Im Juli 2018 traf sich das Firmteam für die Firmung 2019 zur Startbesprechung. Ein Blick in die Runde zeigte neue und bekannte Gesichter. Die beiden bisherigen Hauptamtlichen, die die Firmvorbereitung die letzten Jahre betreuten, hatten sich beruflich verändert bzw. waren in Rente gegangen, ein neuer Pastoralreferent kam in unsere Gemeinde. Bei den ehrenamtlichen Firmgruppenleiterinnen und Firmgruppenleitern gab es wie gewohnt aus beruflichen oder persönlichen Gründen (oft beteiligen sich Elternteile von aktuellen Firmlingen) Veränderungen im Firmteam.
Schnell stellte sich die Frage: Weitermachen wie bisher oder nach neuen Ansätzen suchen, die zu einem zukunftsbeständigen Konzept führen könnten? Es war uns klar, dass wir weder die Zeit- noch die Personalressourcen hätten, um bei ca. 50 Firmlingen wöchentliche Gruppenstunden wie bisher durchführen zu können. Wir hatten bereits gute Erfahrungen mit Ganztagesveranstaltungen gemacht, deshalb entschieden wir uns dafür, die Firmvorbereitung auf fünf Tage zu verdichten:
1. Eröffnungstag im Anschluss an einen Jugendgottesdienst im Herbst 2018 kurz nach dem Anmeldeschluss zur Firmvorbereitung. Hier stand das gegenseitige Kennenlernen und die Vorstellung des Ablaufs der Firmvorbereitung im Mittelpunkt.
2. Im Januar 2019 trafen wir uns an einem Samstag, bildeten Gruppen und beschäftigten uns mit den Themen
Gott - Jesus - Gebet.
3. Der Samstag im Februar stand unter dem Thema Sinn des Lebens - Mein Glaube.
4. Der Versöhnungs-Samstag im April war uns aus dem bisherigen Konzept so wertvoll, dass wir ihn beibehielten.
5. An einem Samstag im Mai ging es um den Heiligen Geist - Firmung - Vorbereitung des Firmgottesdienstes.
Zwischen diesen Meilensteinen nahmen die Firmlinge an einem Projekt und einem Anmeldegespräch zur Firmung teil.
Für mich war dieser neue Ablauf nicht aus der Not geboren, sondern ein Versuch Bewährtes mit Neuem zu verbinden. Ein Blick über unseren Kirchturm hinaus zeigt, dass es in anderen Gemeinden noch einige interessante Konzepte gibt (z. B. Workshops statt Gruppenstunden, Kompakt-Wochenende, Themenwünsche der Firmlinge), auch Kooperationen mit Nachbargemeinden wären denkbar.
Die jungen Menschen, die wir seit Herbst 2018 auf die Firmung vorbereiteten, waren engagiert bei der Sache, auch wenn sie manchmal den Erholungsschlaf am Samstagmorgen vermissten. Zur Motivation trugen auch die gemeinsamen Mittagessen an jedem dieser Treffen bei, die von unserem geschätzten Küchenteam frisch zubereitet wurden. Jetzt im Juli treffen wir uns wieder: zur Auswertung der aktuellen Firmvorbereitung und - danach ist davor

Firmvorbereitung 2019 (Tobias Lauer)
Firmung, das heißt Bekräftigung und Bestätigung unseres Glaubens. Damit wir uns allerdings sicher in unserer Entscheidung und dann auch vorbereitet für unsere Firmung fühlen können, fand an fünf Terminen die Firmvorbereitung statt.
Verteilt über einen Zeitraum von Herbst bis Frühling trafen wir uns teils im Leonberger, teils im Höfinger Gemeindehaus. Da wir über 50 Firmbewerberinnen und Firmbewerber sind, teilten wir uns meistens in Gruppen auf, jede betreut von einem Mitglied des Firmvorbereitungsteams. So aufgeteilt, konnten wir unsere eigentliche Aufgabe in Angriff nehmen. Es ging um Themen wie Jesus, Gott, der Heilige Geist. Oder auch: Schuld, Vergebung und Versöhnung, Glauben. In vielen, teils tiefgründigen Gesprächen unterhielten wir uns über unsere Gedanken und Ansichten, diskutierten teilweise, lernten aber auch dazu.
Um allerdings sehen zu können, wo und wie der Glaube gelebt werden kann, gab es noch verschiedene Firmprojekte, die sich jede und jeder selbst aussuchen konnte.
Auch wenn ganz verschiedene Aktionen zur Auswahl standen gibt es doch Dinge, die alle verbinden: Jede Gruppe hat Persönlichkeiten und Orte näher kennengelernt, die zeigen, wie Glaube lebendig sein kann. Ausgelöst hat dies Inspiration und meist auch Bewunderung, schließlich sind oft Aufgaben dabei, die eine Herausforderung für einen selbst sind, beispielsweise die Arbeit im Hospiz oder Gefängnis. Zudem hatten alle Firmbewerberinnen und Firmbewerber als Abschluss ein persönliches Gespräch zur Firmanmeldung.
All dies war zwischendurch sicherlich auch einmal anstrengend, dank dem guten Essen war das allerdings kein großes Problem und wir hatten auch viel Spaß im Laufe der Vorbereitung.
Auf jeden Fall aber war es meist eine Anregung zum Nachdenken über den eigenen Glauben, auch einmal Dinge zu hinterfragen.
So gehen also die meisten von uns wahrscheinlich jetzt schon bestärkt und bekräftigt auf ihre Firmung zu.